Productions

"...ein Volltreffer...phänomenale Performance...ein Feuerwerk an Können und Ideen, inspiriert auch von aufrüttelnden Textpassagen zum Zustand unserer Welt."

Michael Bartsch, Neue Zeitschrift für Musik 2/2023

Yes! Yes! Yes! Die Fernsehshow! Chortheater um Masse, Macht und Mich

„Yes, Yes,Yes! Die Fernsehshow!” ist ein abendfüllendes, musiktheatrales Werk über das „Prinzip Chor“, das am 6. Mai 2022 im großen Saal des Festspielhauses Hellerau im Rahmen des Festivals „TONLAGEN – Dresdner Tage der zeitgenössischen Musik“zur Uraufführung kam. Das Stück entstand als Produktion des Dresdner Vokalensembles AuditivVokal und auf Initiative von dessen Gründer und Leiter Olaf Katzer, für den die Arbeit mit AuditivVokal immer auch Auseinandersetzung mit grundlegenden Fragen gemeinschaftlichen Singens etwas hinsichtlich des Verhältnisses von Einzelnem und Gruppe, Entscheidungsstrukturen und individueller Freiheit, Kunsterleben und Gemeinschaftsgefühl ist.

Program Information:

Ausgehend von der eigenen Ensemblepraxis kam anschließend die Idee, diese grundlegenden Fragen des gemeinsamen Singens einen künstlerischen Rechercheprozess anzustoßen. Als dessen Ergebnis ist gemeinsam mit dem Komponisten Ole Hübner, dem Schriftsteller und Philosophen Dr. Friedrich Hausen, dem Dramaturgen Sebastian Hanusa und dem Choreographen Johannes Schropp das Musiktheater „Yes, Yes, Yes! Die Fernsehshow!” entstanden. Diese "Theorieoper" verbindet im Rahmen einer auf der Bühne behaupteten Fernsehshow spielerisch-theatrale und diskursive Elemente miteinander und stellt dem Vokalensemble AuditivVokal mit einem klassischen Konzertchor – in Dresden war dies die EuropaChorAkademie Görlitz (Ltg.: Jan Hoffmann) – und einen Jugendchor – den Jugendchor des Gymnasiums Heidenau (Ltg.: Max Röber) – gegenüber.
Im Verlauf des Abends treten das Vokalensemble und der Konzertchor in einer Reihe von„Singspielen“ in einen Wettbewerb miteinander, um den Nachweis zu erbringen, dass sie die jeweils beste Form des Zusammensingens verkörpern. Begleitet wurden sie dabei, unter der Moderation von Nikolas Stäudte, von einem Expert*innenrat mit Mitgliedern aus den Bereichen Soziologie (Prof. Dr. Dirk Baecker), Psychologie (Prof. Dr. Maja Dshemuchadse), Philosophie (Dr. FriedrichHausen), Politik (Luise Neuhaus-Wartenberg) und Musik und Gesellschaft (Prof.Martin Maria Krüger). Aus dem Expertenrat heraus werden die Aufgabenformuliert, denen sich beiden Chöre stellen müssen, der Expertenrat bewertet und reflektiert deren Verlauf und stimmt über den Sieger der jeweiligenSpielrunde ab. Der Jugendchor schließlich formuliert aus einer übergeordneten moralischen Instanz die grundlegende Problemstellung an die Beteiligten, gestaltet aber auch die zwischengeschalteten Werbeblöcke und greift gegen Ende selber in das Geschehen ein.

Dieses Programm begeistert durch seinen metamodernen Dialog: Heinrich Schütz und John Cage treffen aufeinander als Pole von Formstrenge und Offenheit, Spiritualität und Experiment. Richard Röbels neue Klanglinien verbinden beide Welten zu einem außergewöhnlichen Erlebnis, in dem Tradition, Reflexion und Überraschung produktiv miteinander schwingen.

Ein Konzert, das zeigt, wie inspirierend es sein kann, Vergangenheit neu zu hören und Zukunft als Möglichkeit zu denken.

Schütz | Cage | Röbel im metamodernen Dialog

AuditivVokal versteht Kunst als Erfahrungsraum, in dem vielschichtige Sinn- und Wertmodelle erfahrbar werden. Das Ensemble präsentiert ein Programm, das historische und zeitgenössische Klangwelten, religiöse und säkulare Sphären sowie regionale und internationale Perspektiven in Beziehung setzt. Orientierung bietet dabei ein metamodernes Denken: weder Fortschrittsglaube und Planungssicherheit der Moderne noch Ironie, Distanz und Dekonstruktion der Postmoderne, sondern eine bewusste Bewegung zwischen beiden Polen. Durch die Konfrontation und Verbindung unterschiedlicher ästhetischer Ansätze entsteht ein Raum, in dem Tradition und Experiment, Formstrenge und Offenheit, Kontinuität und Unvorhergesehenes produktiv zueinanderfinden. Das Programm lädt dazu ein, diese Oszillation als ästhetische Haltung zu erleben – als Möglichkeit, Vergangenheit neu zu hören und Zukunft als offene Frage zu denken.

Program Information:

John Cage

  • Solo for Voice 64 aus Song Books
  • Solo for Voice 34 (mit Textbezug auf Zivilgesellschaft / politisches Denken)
  • Weitere Soli aus Song Books (Nr. 46, 13, 36, 52, 53)
  • 4’33’’
  • Finale: zufallsorientierte Zusammenstellung aus den Song Books und weiteren Elementen

Heinrich Schütz

  • Werke aus der Geistlichen Chor-Music (1648):
    • SWV 380
    • SWV 372 / SWV 373 (Frieden / gesellschaftliche Ordnung)
    • SWV 419 (Choralmotette)
    • SWV 378 (Wandlung/Ernte-Motiv)
  • Weltliche/halbweltliche Stücke aus früheren Sammlungen:
    • SWV 96 (musikalisch-humanistischer Bezug)
  • Liturgischer Rahmen:
    • SWV 429 (Benedicite)
    • SWV 430 (Deo Gratias)
  • Abschluss: SWV 391 (eschatologische Perspektive)

Richard Röbel

  • Chemnitzer Klanglinien zu Schütz & Cage (Uraufführung)

"Das versprochene Ende der Geschichte verzögert sich. Im Gegenteil, die Geschichte wird zum Werk jedes Bürgers, der sich nun täglich anstrengen muss, um sich Richtung ´An die Freude` und nicht ´An das Leid` bewegen."

Vladimir Rannev, Komponist

Vision Europa

Vision Europa" sensibilisiert auf sinnliche Art und Weise zu Fragen nach europäischer Gegenwart und Zukunft: Was macht Europa aus? Welche Werte vertreten wir? Wie wollen wir in Zukunft Europa gestalten? Und was bedeutet der Krieg in der Ukraine für uns?

Zwischen den Werken war "Safe Places" von Falk Richter als Performance platziert, die in diesem Mitschnitt aus Urheberrechtsgründen leider nicht gezeigt werden kann.

Program Information:

"Heiliger Gott" - Eine ukrainische Hymne Anonymus (ca. 1852):

"Mit-Be-Stimmung" Richard Röbel (*1988)

"Vi" Stefan Beyer (*1981)

"mundgerecht" Johannes Voit (*1980)

"The best form of government" John Cage (1912-1992)

"An sich" Friedrich Goldmann (*1941)

"An die Freude" Vladimir Rannev (*1970)

"Des Volkes Weise. Ein Spottchor" Harald Muenz (*1965)

"...breathtaking beauty..."

BBC Music Magazine

Mechthild | Music Theater by Reiko Füting

Composition: Reiko Füting

Libretto: Christian Lehnert

Stage Director: Thomas Schmidt-Ehrenberg

Live-Painting: Helge Leiberg

Kloster Unser Lieben Frauen Magdeburg

Program Information:

"...höchst expressive Interpretation der Exequien...geschmeidiger Gesamtklang...sprachliche Prägnanz...bemerkenswert souverän..."

Dresdner Neueste Nachrichten

Darum: wir leben "Heinrich Schütz neu interpretiert"

Dass man anlässlich eines Konzerts des Ensembles AuditivVokal Dresden die Sängerinnen und Sänger zunächst nur hört, aber nicht sehen kann, damit darf das Publikum durchaus rechnen. Die besondere Stilistik des Ensembles wird dabei immer wieder durch eine kreative Verzahnung des musikalischen Materials mit Kompositionen Alter und Früher Musik sichtbar.

Musik von Alberto Arroyo, Séverine Ballon und José Mará Sánchez-Verdú im
kreativen Dialog mit Heinrich Schütz „Musikalische Exequien"

Program Information:

Ein Abend zwischen Ekstase und Eleganz – barocke Folia trifft die verrückten Jahre

PIKANT – AMÜSANT - BRISANT

FOLIAS! Eine Wahnsinnsrevue

Barocke Beats treffen auf die Goldenen Zwanziger – ein musikalisches Feuerwerk aus Chansons,  Schlagern, Dada und barocker Folia!
Ein Abend voller Glanz, Irrsinn & Musikrausch – erlebt den Zauber einer einzigartigen Revue!

Program Information:

Die Folia, einst im 15. Jahrhundert in Portugal als ausgelassener Tanz entstanden, ist mehr als Musik – sie ist entfesselter Wahnsinn, übermütiger Scherz und unbändiges Begehren. Sie zieht uns in ihren Bann – von Toledo bis New York, von Neapel bis Hamburg, von London bis Paris, von Rom bis Berlin.

Was man in Deutschland die „Goldenen Zwanziger“ nennt, nannten die Franzosen „Les années folles“ – die verrückten Jahre. Ein neues Lebensgefühl voller Tanz, Lust, Freiheit und Exzess blühte auf und mit ihm Cabarets und Revuetheater: das berühmteste unter ihnen das Folies Bergère in Paris.
Und so versetzt auch FOLIAS! den barocken Wahnsinn in jene schillernde Epoche der Musik und Lebenslust.

Doch Folia ist nicht nur Glanz und Verführung – sie ist auch Abgrund und Irrsinn. Wie die Goldenen Zwanziger in die düsteren Dreißiger führten, wandelt sich auch in unserem Programm das Licht zur Finsternis – um schließlich im Aufbruch zu enden: ein hoffnungsvoller Anfang im Jetzt, im Wir, immer neu – through Times and Ages – FOLIAS!

Mitwirkende:
Art d’Echo
Juliane Laake (Konzeption, Viola da Gamba und Künstlerische Leitung)

AuditivVokal Dresden

Olaf Katzer (Künstlerische Leitung)

Musik von:
Peer Baierlein (UA),Marin Marais, Hanns Eisler,  Ralph Benatzky, Andrea Falconieri, Stefan Wolpe,  Erwin Schulhoff, Sergej Rachmaninoff u.a.

"Vergnüglicher Stress fürs Hirn"

Sächsische Zeitung

Fake Voices. Vom falschen Bewusstsein

Erleben Sie ein Konzert mit diversen musikalischen Falschinformationen, Wahrheiten, Fälschungen und Lügen!

Mit einerwachsenden Unübersichtlichkeit in den Herstellungsprozessen von Dingen und Informationen wachsen auch unbeobachtete Räume, die Täuschungen der Öffentlichkeit ermöglichen und damit auch berechtigte Zweifel an Echtheit und Wahrheit nähren. Die Sorge, einem Täuschungsversuch gegenüberzustehen, wird durch einen gesteigerten Wettkampf in Wirtschaft, Wissenschaft und Liebesleben verstärkt, bei dem in immer aufwändigere und ausgeklügeltere Werbestrategien investiert wird.

Zugleich wachsen mit überfordernden Informationsfluten auch Projektionsflächen für Verschwörungs- und Erlösungsphantasien und entsprechend auch eine Anziehungskraft von „einfachen“ Parallelwelten „alternativen“ Wissens und ihren eindeutigen Verurteilungen und suggestiven Heilsversprechen. In einem Konzert, das sich dem „Fake“ widmet, verwenden Komponist*innen und Sänger*innen ihr künstlerisches Herstellungswissen, um Täuschungsformen, Fälschungsformen und ihre Effekte erlebbar zu machen.

Program Information:

Claudio MONTEVERDI (1567 – 1643)
Non più guerra, pietate

Volker SONDERMANN (UA)
variationen über das sein – no. 2

JohannesOCKEGHEM (1420 – 1497)
Les DesleauxOnt La Saison

Nicola VICENTINO (1511 – 1576)
aus: “Madrigale” Fragmente in Archicembalo-Stimmung

Alyssa ASKA (UA)
Ut queant laxis Fragmente 1 – 3 in Archicembalo-Stimmung

Bernat VIVANCOS „Obriu-meels llavis, Senyor“

Michael Edward EDGERTON (UA)
Vineland

Wilfried JENTZSCH (UA)

Alte Klänge