(Deutsch) Schlachthof – Musiktheater nach dem Roman von Kurt Vonnegut

25. September 2020 - 20:00 Uhr

Festspielhaus Hellerau
Karl-Liebknecht-Straße 56
01109 Dresden

(Deutsch) SCHLACHTHOF (UA)

Musiktheater nach dem Roman von Kurt Vonnegut
Musik von Vladimir Rannev, Textfassung von Johannes Kirsten

Musikalische Leitung: Olaf Katzer
Regie: Maxim Didenko
Bühnenbild und Kostüme: AJ Weissbard
Choreografie: Vladimir Varnava
Dramaturgie: Johannes Kirsten

Projektmanagement: Isolde Matkey

Sängerensemble AUDITIVVOKAL DRESDEN, 8er Besetzung
Tänzerensemble Cast tristan Production

Eine Koproduktion von tristan Production I Management I Event mit HELLERAU – Europäisches Zentrum der Künste

Schlachthof 5“ ist der Titel eines 1969 erschienenen Romans von Kurt Vonnegut. Im Jahr 1922 geboren in Indianapolis (USA), meldet sich Vonnegut im Alter von 21 Jahren freiwillig zum Militärdienst. 1944 gerät er in Kriegsgefangenschaft und wird nach Dresden gebracht. In den Kellern des Schlachthof 5 überlebt er die schweren Bombenangriffe, die in der Nacht vom 13. auf den 14. Februar 1945 auf Dresden erfolgen. Jahrelang sucht Vonnegut einen Weg, das Erlebte festzuhalten. Als er 1969 schließlich „Schlachthof 5“ veröffentlicht, wird der Autor schlagartig berühmt, sein Roman wird ein Bestseller und avanciert zum Kultbuch der Vietnamkriegsgegner. Der Text ist Collage, Satire, Biografie, Science Fiction und alles zugleich: fragmentarisch-ausschnitthaft wandert die Romanerzählung durch unterschiedliche Zeitebenen und lässt persönliche Erfahrung und Erlebtes mit Fiktion und Phantasiertem zusammenlaufen. „Schlachthof 5“ thematisiert nicht nur die Bombennacht von Dresden, sondern ist gleichsam Reflektion über Möglichkeiten des Erinnerns und Festhaltens von Erfahrungen. Wie erinnern wir Kriegsgeschehnisse? Welche Erfahrungen werden Teil unseres kulturellen Gedächtnisses? Wie wird Geschichte (neu)geschrieben?

Auch 75 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges ist der Stoff aktuell: immer wieder vereinnahmen (neo)nationalistische und rechtspopulistische Gruppierungen den Bombenangriff für ihre Zwecke. Beständig wird an dem „Mythos Dresden“ fortgeschrieben, wird aktuelle Politik mit der Vergangenheit legitimiert. Bereits zu NS- und DDR- Zeiten waren die Geschehnisse der Bombennacht zum Spielball einer wechselvollen Instrumentalisierung durch unterschiedliche politische Akteure und Lager geworden.

Vor diesem Hintergrund entwirft der russische Theaterregisseur Maxim Didenko eine neue Bühnenfassung von „Schlachthof 5“, die im Herbst 2020 in HELLERAU – Europäisches Zentrum der Künste Dresden uraufgeführt werden soll. Didenko, vielfach ausgezeichnet und international bekannt für seine bildgewaltige choreografisch-theatrale Bühnensprache, sucht mit seiner Inszenierung nach neuen Möglichkeiten eines gegenwärtigen Blicks auf Vonneguts Text, die hiesige Gedenkkultur und den „Mythos Dresden“. Dazu fließen auch Texte von Zeitzeugen und Dokumente von der DDR-Zeit bis zur Gegenwart in das Stück ein. Die Inszenierung ist als multimediales Musiktheaterprojekt an der Schnittstelle von Theater, Tanz, Musik und Performance konzipiert, bei dem die DarstellerInnen sowohl als Schauspielende als auch als TänzerInnen und SängerInnen auf der Bühne agieren.

Die eigens für das Stück vom Moskauer Komponisten Vladimir Rannev komponierte Musik wird live von AUDITIVVOKAL DRESDEN szenisch aufgeführt. Für die choreografische Umsetzung arbeitet Didenko eng mit Vladimir Varnava, einem vielversprechenden jungen Choreografen Russlands zusammen. AJ Weissbard, amerikanischer Künstler und Lichtdesigner, greift für die räumliche Realisierung von „Schlachthof 5“ auf das Naturlicht-Konzept aus den Gründerjahren des Festspielhauses Hellerau zurück und ergänzt das Bühnengeschehen um Licht- und Videoprojektionen.

Donnerstag 24. September 2020, 20 Uhr Premiere

Freitag, 25. September 2020, 20 Uhr Vorstellung

Samstag, 26. September 2020, 20 Uhr Vorstellung

Sonntag, 27. September 2020, 20 Uhr Vorstellung

Festspielhaus Hellerau (Großer Saal), Dresden