Auswahl der bisherig aufgeführten Werke in dieser Produktion. Um zu einem Werk detailliertere Informationen zu erhalten, klicken Sie einfach auf den entsprechenden Titel.
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Georges Aperghis Les sept crimes de l´amour
für einen Sopran, einen Klarinettisten und einen Schlagwerker
Die sieben kurzen Szenen über die Verbrechen der Liebe komponierte Aperghis als Musiktheaterszenen für
einen Film von Michel Fano im Jahr 1979. In den sieben Miniaturen nehmen die Musiker-Akteure verschiedene vom Komponisten
vorgegebene Positionen und Haltungen ein und verkörpern dabei anschaulich - einbezogen symbolhafte Accecoires wie ein Apfel -
verschiedene Facetten menschlicher Liebesbeziehungen. Der seit 1963 in Frankreich lebende Georges Aperghis, geboren 1945 in
Griechenland, gehört zu den profiliertesten Vertretern des Musiktheaters in Frankreich.
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Georges Aperghis Jactations
für Bariton Solo
Zu diesem Werk sind momentan keine weiteren Informationen verfügbar.
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Paul Barker Songs between Words , daraus: Patter-Song und The Contest
für Bariton Solo
Das Oeuvre des englischen Komponisten und Dirigenten Paul Barker (* 1958) umfasst alle musikalischen Genres mit Schwerpunkt auf dem
Musiktheater. Seine Werke werden von bekannten Ensembles wie den London Mozart Players aufgeführt. Barkers Musik ist unter anderem
von mexikanischen Elementen beeinflusst - die zwei ausgewählten Gesänge geben einen kleinen Einblick in den Umgang Barkers mit Sprache
und deren Übersetzung in theatralische Prozesse. Seine Sammlung Songs between Words ist eine auf Lautmalerei beruhende
Liedersammlung, von denen jedes einzelne Werk nach Aussage des Komponisten als Miniaturoper zu interpretieren ist.
Paul Barker ist Professor und Leiter der Abteilung Musiktheater an der Universität London.
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Régis Campo Orfeo
für Sopran, Altus, Tenor, Bass, Viola, Klarinette (Baß-Klar) und Schlagwerk
Régis Campo (*1968 in Marseille) zählt zu den bekanntesten französischen Komponisten seiner Generation. Er studierte unter anderem bei
Georges Bœuf und Jacques Charpentier in Marseille sowie bei Gérard Grisey und Edison Vassilievitch Denisov in Paris. Von 1999 bis 2001
ist er Stipendiat der Villa Médicis. Viele seiner Werke wurden mit Preisen ausgezeichnet und werden von den bekanntesten europäischen
Ensembles aufgeführt. Sein Orfeo , eine Farce musicale pour quatre voix, clavecin et viole de gambe ad libitum
wurde im Jahr 2000 an der Pariser Péniche Opéra in Paris uraufgeführt.
Wie in vielen seiner Werke bestimmt auch in Orfeo der Humor das Geschehen: Er wählt die Commedia dell'arte als szenische
Ausdrucksform und stellt den Orpheus-Mythos auf den Kopf: Orpheus schaut sich zwar nach Eurydike um, aber nur, weil er ihrer überdrüssig
geworden ist - und heiratet lieber den Schäfer. Ausschnitte aus dieser modernen Madrigalkomödie bilden einen wesentlichen Bestandteil
unserer szenischen Collage. Des Weiteren erstellte der Komponist eigens für KUNSTAUDITIV DRESDEN eine neue Instrumentation für
Viola, Klarinette, Vibraphon und weiteres Schlagwerk.
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Gerald Eckert Tratto (UA)
für Sopran, Klarinette (Baß-Klar), Schlagzeug und Viola
Auftragswerk von KUNST AUDITIV DRESDEN
Tratto besteht aus zwei kürzeren Teilen, Monologen. Textgrundlage für beide Stücke sind kurze Fragmente aus dem Kapitel
Inferno aus Dantes Göttlicher Komödie . Dabei kommt den poetischen Räumen als Reflexion der
Eigenschaften der verschiedenen Höllenkreise eine Schlüsselstellung für die formale Struktur des Werkes zu.
Menschliche Eigenschaften werden betrachtet als prozessuale Zustandsmomente, dem jeweiligen Moment verhaftet und in den Raum
eingeschrieben. Als solche hinterlassen sie Spuren auf dem Tableau des Fortschreitens. Das Unterwegssein ermöglicht das
Schaffen von Distanz als notwendige Größe, sich Räume anzueignen. (Gerald Eckert)
Text (Auszug aus Inferno aus Die Göttliche Komödie von Dante:
Ich kam zum Ort, wo alle Lichter schwiegen,
Und weil der Schmerz nicht kann durchs Auge tauen,
Frißt er nach innen sich, die Angst zu mehren.
Gleichwie, wenn starke Nebel uns umweben
Oder der Tag hinstirbt im Abendgrauen
Von fern Windmühlen aussehn, die sich drehen
Gerald Eckert, geboren 1960 in Nürnberg, studierte Violoncello, Klavier und Dirigieren am Konservatorium in Nürnberg und Mathematik an
der Universität Erlangen-Nürnberg. Er studierte Komposition bei W. Jentzsch, W. Zimmermann und bei N.A. Huber an der Folkwang-Hochschule
Essen. Desweiteren nahm er an verschiedenen Kompositionskursen bei J.Dillon, B.Ferneyhough und J. Harvey teil. 1996/97 verbrachte er einen
Arbeits- und Forschungsaufenthalt am CCRMA der Stanford Universität in den USA. 1998 war er Dozent bei den Internationalen Ferienkursen in
Darmstadt und auf dem Festival in Akiyoshidai/ Japan. 2000/ 02 hatte er einen Lehrauftrag an der TU Darmstadt (Komposition und Architektur).
2006 war er Composer in residence bei den Züricher Tagen für Neue Musik. 2008 realisierte er mit der AdK Berlin ein Projekt für das Netzwerk
Neue Musik. Gerald Eckert erhielt zahlreiche Preise und Auszeichnungen, unter anderem den C.Gulbenkian Prize Portugal, Kranichstein
Preis 1996, 1. Preis Bourges 2003, E-Schneider Preis 2005, 1. Preis des 50. Stuttgarter Kompositionswettbewerbes 2005, ein Stipendium
für der Bundeskulturstiftung für Venedig 2006, 2009 erhielt er ein Stipendium für Schreyahn, für 2010 eines für die Villa Aurora Los Angeles.
Homepage: www.geraldeckert.de.
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Carlo Gesualdo di Venosa Moro, lasso
für fünf Sänger a cappella
Das wegen seiner extravagant wirkenden, nicht aufgelösten Dissonanzverbindungen und Chromatizismen vielleicht bekannteste und berüchtigste Madrigal
Gesualdos wird in unserem Programm bewusst konzertant dargeboten, denn eine musikalische Absicht des Komponisten für eine weitere theatralische
Umsetzung scheint nicht zu bestehen - allein die Musik bildet schon durch die harmonischen Wendungen und die auskomponierten Affekte ein Wechselspiel
zwischen morbid-erotischer Hingerissenheit zum Tod und dem Verlangen nach Leben.
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Peter Eötvös Moro, lasso , aus: Drei Madrigalkomödien
für zwei Soprane, Altus, Tenor, Bass, Crotales und elektronische Orgel
Alles, was ich mache, hat eine starke Beziehung zum Theater. Ich glaube, was mir immer vorschwebt, ist eine Art Theater mit Hilfe der Musik zu realisieren.
Ich möchte, dass beim Zuhörer durch einen akustischen Empfang die gleiche Vision erzeugt wird, als wäre er im Theater. Für mich ist es eine wunderbare Vorstellung,
eine Zukunftsvision, dass wir Sichtbares hörbar und Hörbares sichtbar machen.
In seinem Moro, lasso , das Eötvös als 19 jähriger aus Anlass des 350. Todestages aus Verehrung des Fürsten von Venosa komponierte, wird aus
dem Madrigal ein Maskenspiel - die Masken zeigen das wahre Leben, die singende Gruppe ist aber tot - das Leben ist also nur eine Maske.
Wir verwenden in unserer Aufführung die vergriffene, aber nach wie vor von Eötvös autorisierte Frühfassung des Moro, lasso für fünf Sänger,
Crotales sowie elektronische Orgel, die allerdings das Stück über schweigt (1963/72 Feedback Studio Verlag FB 7301).
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Orlando di Lasso Libro de villanelle, moresche e altre canzoni a 4, 5, 6 e 8 voci , daraus: Lucia,
celu , O Lucia und Hai, Lucia
für drei bis vier Stimmen a cappella
Den in einem Sammelband im Jahr 1581 von Adrian Le Roy und Robert Ballard in Paris herausgegebenen Villanellen und Moreschen, die Lasso vermutlich
schon einige Jahre früher in Neapel komponiert hatte, haben wir für dieses Programm drei markante Lucia-Gesänge entnommen. Diese Moreschen
sind ein komponierter Dialog zwischen Giorgia und Lucia. In derber, oft erotisch-vulgärer, aber auch burlesker Weise wirbt Giorgia um die Gunst Lucias,
die aber sein Werben und seine Schmeicheleien immer wieder mit ablehnenden und auch frechen Antworten quittiert. Kennzeichen der Moresche ist eine
linguistische Eigenheit: Der komponierte Text ist geprägt von afrikanischem Einfluss, der in der Handelsstadt Neapel das Leben bereicherte und daraus einen
heute leider nicht mehr wortgenau übersetzbaren neapolitanisch-italienischen Dialekt formte. Die dreistimmige Villanella ist hingegen mit bäuerlichen
Quintparallelen gekennzeichnet.
Nah an der Commedia dell´Arte, agieren die drei bis vier Sänger immer als eine Person, entweder als Giorgia oder als Lucia, und wechseln dabei ihre
immer wieder ihre Gestalt.
Wo ist die alte Musik mit all ihren vornehmen Schmerzen und ihren Regeln? Nein, hier ist nichts Altes mehr übrig. Hier verwundert einen hingegen
dieser schnörkellose Bezug auf Liebesangelegenheiten. (Rinaldo Alessandrini)
Wir danken herzlich Dr. Bernhold Schmid von Bayerischen Akademie der Wissenschaften für die Bereitstellung des Notenmaterials.
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Dieter Schnebel Visible Music I
für einen Dirigenten und einen Instrumentalisten
Dieter Schnebel (* 1930), einer der universellsten Komponisten unserer Zeit, extrahierte und emanzipierte in seiner Visible Music I
die Geste, um den Blick des Zuhörers explizit auf das zu lenken, was auch schon Strawinsky festgestellt hatte: Wenn man Musik in ihrem vollen
Umfange begreifen will, ist es notwendig, auch die Gesten und Bewegungen des menschlichen Körpers zu sehen, durch den sie hervorgebracht wird.
Intentionaler Mittelpunkt von Schnebels aus Gesten entstehender Sichtbarer Musik aus dem Jahr 1962 ist im Gegensatz zur verwandten
Nostalgie (für einen Dirigenten Solo) die dialogische Struktur, bei der durch die kommunikativen Aktionen nicht nur Transformations- und
Übersetzungsprozesse der Musik in Geste gezeigt, sondern auch Machtstrukturen zwischen den Beteiligten ausgelotet werden. So kann der Instrumentalist
sich den gestischen Vorgaben des Dirigenten widersetzen und selbst die Initiative ergreifen, den Dirigenten mit seinem Spiel zur Transformation seiner
Klänge in Gesten zwingen.
Denn, so behauptet Luciano Berio: Musik ist niemals rein. Sie ist Haltung, sie ist Theater. Sie lässt sich nicht von ihren Gesten trennen. So kann es
uns vorkommen, wenn wir einen Konzertsaal betreten, in dem Maestro sein Ritual zelebriert, als hätten wir die falsche Tür geöffnet, als seien wir in eine
Privatangelegenheit hineingeplatzt.
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André Serre-Milan Das Lieben - L'amour (UA)
für vier Sänger mit Vibratone und Claves a cappella
Auftragswerk von KUNSTAUDITIV DRESDEN
Sein Werk Das Lieben - L'Amour ist eine Parodie auf die klischeehaft pathetischen Liebesszenen in der traditionellen Oper,
wobei die räumliche Entfernung der Akteure in krassem Widerspruch zur Intimität der geäußerten Gefühle steht. - Ein Sprachspiel, in denen der
Austausch eines einzelnen Buchstaben einen ganzen Satz ins Gegenteil verkehrt oder Nonsens entstehen lässt, - ein Spiel über die Text(un)verständlichkeit
auf der Bühne.
André Serre-Milan, geboren 1965 in Lyon. Er studierte u.a. bei Philippe Manoury, Antoine Duhamel und Bernard Fort. Weiterhin besuchte er Kurse bei
Tristan Murail und Helmut Lachenmann. Die Komposition ist für ihn ein Terrain des Austauschs, sei es durch spartenübergreifende Experimente gemeinsam
mit Autoren und bildenden Künstlern sowie durch die Auseinandersetzung mit fremden, insbesondere alten Kulturen. Seine Werke werden u.a.
gespielt vom Orchestre Radio France, GRAME, Lyon, ART ZOYD, Valenciennes, La Péniche Opéra, GMEM, Marseille, Array-Music, Toronto, Canada; Radio Schweiz;
Danish Radio; Phonos Barcelona, Spanien. ...Pour quelques âmes volées (...To some stolen souls) für Frauenstimme und Orchester, ein Auftragswerk von
Radio France, wurde für den UNESCO International Rostrum of Composers in 2006 ausgewählt. 2002 gründete er gemeinsam mit dem Schriftsteller und Dramaturgen
Olivier Cohen die Gesellschaft C.R.E.A (Création, Recherche, Expérimentation Artistiques), die er als künstlerischer Leiter vertritt. Homepage:
www.andreserre-milan.com
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Karlheinz Stockhausen Laub und Regen , Schluss-Duett aus Herbstmusik
für einen Bratschisten und einen Klarinettisten
KLARINA weckt ihren Burschen unterm Laub, holt ihm eine Bratsche, spielt ihm eine Formel vor - noch kratzt er ungeschickt -, korrigiert ihn und zeigt
ihm die Anfänge zur Virtuosität, bis er mit ihr in Spiralbewegungen tanzt und beide verschwinden.
Karlheinz Stockhausens (1928 - 2007) für Suzanne Stephens und Joachim Krist geschriebene musikalische Szene wurde am 4. Mai 1974 bei Pro Musica Nova Bremen
uraufgeführt.
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Jürg Wyttenbach: ...allerhand und fuss - und mund... 20 Übungen zum Aufwärmen und Einsingen , daraus: Übung in erster Hilfe (Nr.1),
Übung für Handlungsreisende (Nr. 2) und Übung im Anschnauzen (Nr. 15)
für sechs Sänger, drei Instrumentalisten und Dirigent
Jürg Wyttenbach (* 1935), einer der bekanntesten zeitgenössischen Komponisten der Schweiz, der nach Studien an der Hochschule der
Künste Bern (bei Kurt Fischer Klavier) und Komposition bei Sándor Veress sowie am Conservatoire de Paris Lehrtätigkeiten an der Musikschule
Biel und am Berner Konservatorium folgen ließ und auch als Dirigent weit über 100 Werke zeitgenössischer Komponisten ur- oder erstaufgeführt hat,
schreibt in der Einführung über sein Werk ... allerhand und fuss - und mund... : Ein Sammelsurium, Krausi-Mausi, Stückwerk,
Notenbündel von allerhand leichtfüssigen, ja leichtsinnigen Ideen, Texten und Gedichten, die mich schon seit Jahren verfolgen. (...)
Das im Auftrag der Pro Helvetia zum 20-jährigen Bestehen der Basler Madrigalisten komponierte Werk, das bisher nicht verlegt ist, erleben Sie in einer
vom Komponisten adaptierten Fassung, zugeschnitten auf die uns zur Verfügung stehende Besetzung der Produktion. Der Text stammt von Mani Matter (Nr. 1)
und vom Komponisten (Nr. 2) bzw. nicht von Schwitters (Nr. 15).
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