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Nächste Konzerte

6. April 2012 Helmut Zapf: Die sieben letzten Worte unseres Erlösers am Kreuz
für Solistenoktett, Klarinette und Streichquartett

Helge Harding, Klarinette
Sonar Streichquartett Berlin

Evangelische Kirche Berlin-Zepernick, 17 Uhr

19. Mai 2012 Uraufführungen von Cezary Duchnowski, Wilfried Krätzschmar, Annette Schlünz und Richter de Vroe
sowie Auszüge aus dem Glogauer Liederbuch

Festkonzert zur Mitgliederversammlung der Sächsischen Akademie der Künste

Prof. Claudia Buder, Akkordeon

Leopoldina Breslau (Wrocƚaw), 18 Uhr

ENKOMIKOS
SZENISCHES JUBILÄUMSKONZERT
zum fünfjährigen Bestehen von AUDITIVVOKAL


Im Jahr 2012 feiert AUDITIVVOKAL sein fünfjähriges Bestehen. Zu diesem Anlass haben wir ein besonderes Programm konzipiert, mit dem wir nach der Premiere in Dresden deutschlandweit auf Tournee gehen werden.

Das Lachen entzieht sich aller Ordnung: unverhofft bricht es aus, ungebändigt, befreiend, Chaos stiftend, erfrischend - als Ausdruck des Lebendigen schlechthin. In Konzerten zeitgenössischer Musik sucht man es scheinbar vergeblich: Es ist ein ungeklärtes Phänomen, weshalb der Neuen Musik häufig das Attribut humorlos entgegengebracht wird. Aber gibt es nicht im Verborgenen eine Vielzahl von Werken, die auf subtile Weise, in schillernden Fantasiebildern, mit grotesken, ja kabarettistischen Szenen das Zwerchfell erschüttern, ohne auf die platten Schenkelklopfer der heutigen Fernsehunterhaltung zurückzugreifen?

AUDITIVVOKAL hat in Zusammenarbeit mit der Regisseurin Sylvia Freitag intensiv recherchiert und ein Programm zusammengestellt, das dem Humor seinen guten Platz zugesteht. Dabei wird die Bedeutung des Wortes Komik wörtlich genommen: Mit einem musikalischen Enkomikos - in altgriechischer Übersetzung Festumzug - soll das Jubiläum würdig begangen werden. Die Auswahl der Werke ist ein furioser Reigen humoresker Kompositionen aktueller, zeitgenössischer Vokalmusik:

William Brooks' Nellie was a lady ist ein im amerikanischen Barbershopstil komponiertes Madrigal (der Friseur im Salon beginnt ein Lied, in das die wartenden Kunden nacheinander einstimmen), das auf schrillste Weise und mit außergewöhnlichen Gesangstechniken den Spagat zwischen U- und E-Musik vollzieht.

John Cage Song Books (Auswahl): eine überwiegend graphisch notierte Sammlung von 92 äußerst unterschiedlichen Gesangssoli, die einzeln und in vielerlei Kombinationen aufgeführt werden können. If you celebrate it, it's art, if you don't, it isn't (J.C.1970). In surrealen, an skurriler Komik kaum zu übertreffenden Szenen gehen Opernkoloraturen, Folkloregesänge, Lautmalereien, Wortwitz und Alltagsgeräusche ineinander über. Cages Interesse gilt dabei dem offenen Arbeitsprozess: Der Interpret erhält neue Freiheit und Verantwortung bei der Umsetzung der Partitur und bestimmt maßgeblich den Charakter der Aufführung. AUDITIVVOKAL feiert mit den Song Books auch John Cages' 100. Geburtstag.

Carola Bauckholt: Nein allein für fünf Stimmen a cappella: Aus der Alltagssprache entlehnte Wortfetzen bilden die Grundlage für ein kurioses Spiel zwischen ständig wechselnden mentalen Stimmungen, von zustimmenden Bejahungen über Beschimpfungen zu wiederum erotischen Andeutungen, bis hin zum augenzwinkernden Schluss, der Appetit auf Mirabellenkompott und Gemüseauflauf macht.

Hans-Joachim Hespos: kaps: dieses Auftragswerk für acht Stimmen a cappella wird nach Aussage des renommierten Komponisten eine Folge von Störfällen markant in Musik und Szene setzen. Hans-Joachim Hespos erschafft provokative und von beißender Satire geprägte Musikperformances, die den etablierten Konzert- und Opernbetrieb auf schockierende und gleichermaßen faszinierende Weise attackieren.

Gerhard Rühm: lautgedichte (1952-56) daraus expressionen und reihungen (1952/53) - Poetische Miniaturen für Solostimme, die gleichermaßen Kunstwerke der Musik, Poesie und der bildenden Kunst sind: Typographische und literarische Kleinode, von subtilem Wiener Humor geprägt, und alle musikalischen Parameter wie Tempo, Klangfarbe, Tonhöhe und Lautstärke in das Kunstwerk einbeziehend.

Als interessanter Kontrast und Beispiel für eine frühe Form des Musiktheaters wird auch ein Werk aus der Renaissance in das Programm eingefügt: L'humore musicale für vier bis sechs Stimmen a cappella von Orazio Tiberio Vecchi (1550 - 1605) - eine poetische, sehr umfassende Betrachtung des Humors in der Musik, komponiert als Madrigal.